Spuren im Browser (nicht im Schnee) Betreff: EDV-Tip 01.05.99 (aktualisiert: 26.09.99)
Web-Surfen hinterlässt Spuren!Von den Cookies habe ich ja schon berichtet. Aber auf dem eigenen Rechner verbleiben auch noch andere Spuren, wenn Sie das Internet besuchen. Wer etwa auf seinem Bürorechner private Surf-Touren unternimmt, dem kann der Arbeitgeber recht leicht auf die Schliche kommen. Der Browser selbst verrät, wo sein Benutzer in der letzen Zeit überall war. Tippt der Chef beim Netscape Navigator den Befehl "about:cache" in die Adreßleiste ein, erhält er eine Liste der angewählten URLs, samt dem Zeitpunkt ihres Aufrufs. Will man diesen ständigen Kontrollbefehl austricksen, so muß man nur den Zwischenspeicher (Cache) des Browsers löschen. Beim Netscape Navigator können Sie unter "Bearbeiten" das Menü "Einstellungen" aufrufen, dort die Kategorie "Erweitert" anklicken und dann das Registerblatt "Cache" auswählen. 
Löschen Sie hier den Speicher-Cache und den Festplatten-Cache, dann ist Ihr Rechner wieder "clean" (bis auf die Spuren, durch nicht richtig gelöschte Dateien). Beim Internet-Explorer leert man den Cache über das Menü "Ansicht" / "Internetoptionen" auf dem Registerblatt "Allgemein" im Feld "Temporäre Internetdateien" (Ab IE Ver. 5 finden Sie die "Internetoption" übrigens im Menü "Extras"). 
Ein "Gefahrenpunkt" bleibt allerdings immer noch: Die History-Liste. Diese History-Liste merkt sich die zeitliche Folge der zuletzt aufgerufenen Web-Seiten. Beim Netscape Navigator läßt sie sich über die Tastenkombination [Strg] + [H] anzeigen, beim Internet Explorer genügt ein Mousklick auf das Verlaufssymbol. Diese Einträge können Sie aber auch mit einfachen Mitteln löschen: Beim Netscape Navigator gehen Sie wieder über das Menü "Bearbeiten" / "Einstellungen" / "Navigator". Hier klicken Sie einfach auf den Button ""History löschen". Beim IE von Microsoft geht´s über den Menüpunkt "Ansicht" (oder "Extras") / "Internetoption" auf dem Registerblatt "Allgemein" im Feld "Verlauf" per Klick auf "Verlauf leeren". Für die professionellen "Geheimhalter" gibt es natürlich auch für solche Sachen wieder mal Software. Schauen Sie in den Suchmaschinen mal unter "Weberaser" o.ä. nach. Hier gibt es zahllose käuflich zu erwerbende Programme. Sparen Sie sich das Geld, denn wenn Sie jemand wirklich überwachen will, dann kann er das mit einem sogenannten "Internet Watch Dog-Programm" machen. Ein schönes Beispiel finden Sie im Internet unter http://www.charlesriver.com. Das Programm von Charles River Media wertet jeden Zugriff auf´s Internet aus. Dabei wird ermittelt, wann welches Programm gestartet und mit welchen Dokumenten gearbeitet wurde. Regelmäßige Screenshots (Bildschirmaufnahmen) speichern den Bildschirminhalt, so daß ein genaues Bild über die Aktivitäten der Arbeitnehmer entsteht. Die Frage ob solche Programme zulässig sind und ob sie eingesetzt werden, wird Ihnen vermutlich Ihr Datenschutzbeauftragter oder Ihr Betriebsrat bzw. Ihre Gewerkschaft beantworten. Deutschland ist hier noch recht "sicher" was die Arbeitnehmerinteressen angeht. Aber wo kein Kläger auch kein Richter... Wichtig zu wissen ist in diesem Zusammenhang nur, daß eine technische Kontrolle möglich ist. Die Konsequenzen muß jeder Mitarbeiter für sich selbst ableiten. In einem recht lustig geschriebenen Buch von Scott Adams mit dem Titel "The Joy of Work - DILBERT rät: So werden Sie glücklich (auf Kosten Ihrer Kollegen)" fand ich einen Abschnitt zum Thema Internet: "Sie verfügen an Ihrem Arbeitsplatz über keinen Internetanschluß? Dann ändern Sie das so schnell wie möglich. Das Internet ist die wichtigste Quelle für unterhaltsame Ablenkungen aller Art. Falls Ihr Job keine legitime Entschuldigung für einen Internetanschluß bietet, wechseln Sie sofort die Stelle, selbst wenn das mit einem Einkommensverlust verbunden sein sollte. Solange Sie Ihren Arbeitstag nicht im Internet verbringen können, erhalten Sie von den Aktionären nicht den vollen Gegenwert Ihrer Arbeit. Viele Unternehmen überwachen, wie ihre Mitarbeiter das Internet nutzen. Manager können problemlos herausfinden, wer sich wann was im Internet anschaut. Manche Firmen gehen sogar soweit, den Zugang zu unterhaltungsorientierten Seiten zu sperren. Vermeiden Sie solche Unternehmen unter allen Umständen." Dieses Buch ist übrigens eine echte Empfehlung. "Nur verzweifelte Mitarbeiter sind gute Mitarbeiter. Tut Ihr Boß alles, um Sie in den Wahnsinn zu treiben? Nimmt für Sie die Woche überhaupt kein Ende? Schleppen Sie sich durch einen grauen Arbeitsalltag? Dann ist dieses Buch (aus dem verlag moderne industrie) genau das Richtige für Sie!" Übrigens: Schönen 1. Mai ! Grüße Stefan Uchrin 
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